Ausstellung: HAGEN – DIE STADT
GESCHICHTE • KULTUR • MUSIK
4. September bis 21. November 2021


Mit den Ausstellungen:
Ennow Strelow, Fotografie
50 Jahre Grobschnitt, Heut ist ein schöner Tag


In diesem Jahr feiert die Stadt Hagen einen markanten Geburtstag: Das 275-jährige Stadtjubiläum.

Am 10. August 1744 wurde aus Hagen eine Eingabe an die Kammer in Kleve mit der Bitte um die Verleihung von Stadtrechten gerichtet. Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis Hagen im nüchternen Verwaltungsakt eines Reskripts am 3. September 1746 durch König Friedrich II. von Preußen zur Stadt erhoben wurde. Die am Schnittpunkt von zwei wichtigen Fernstraßen zwischen dem Rheinland und Westfalen sowie von Westfalen in das Rhein-Main-Gebiet und Frankfurt sowie zwei regional übergreifenden Strecken von Hagen über Limburg und Iserlohn nach Kassel und weiter nach Sachsen gelegene Stadt profitierte seit dem 18. Jahrhundert von ihrer verkehrsgünstigen Lage. Sie förderte nicht nur den Warenverkehr und das Gastgewerbe, auch als zentraler Verwaltungssitz für das Umland gewann Hagen an Bedeutung.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Stadt Hagen neben ihrer wirtschaftlichen Produktivität auch eine wichtige Funktion als kultureller Impulsgeberin erhalten, vor allem wegen der Aktivitäten von Karl Ernst Osthaus. Er gründete 1902 in Hagen mit dem Museum Folkwang weltweit das erste öffentliche Museum für zeitgenössische Kunst. Durch die 1887 gegründete Akkumulatoren Fabrik war Hagen darüber hinaus um 1900 auch ein Zentrum der elektrotechnischen Forschung, Entwicklung und Produktion von internationaler Ausstrahlung. Der Erste Weltkrieg 1914 bis 1918 war eine Zäsur, die für Hagen das Ende einer längeren Aufschwungsphase bedeutete.

Ihre heutige Größe erreichte die Stadt Hagen im Jahr 1975 durch die seinerzeitige kommunale Gebietsreform, mit der die bis dahin selbständige Stadt Hohenlimburg mit ihren Stadtteilen eingemeindet wurde. Hagen war seit dem 17./18. Jahrhundert eine Stadt des Stahls, doch die Stahlkrise ab den späten 1960er Jahren führte in einen Strukturwandel, der bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts die Stadtentwicklung bestimmt hatte. Erst Anfang der 2010er Jahre zeichnet sich eine Neugestaltung der Funktion und Rolle Hagens in der Region ab, die jedoch nicht losgelöst von der Geschichte der Stadt verlaufen wird. Dabei spielt sicherlich auch die Lage der Stadt auf der Schwelle zwischen Südwestfalen mit dem märkischen Sauerland und dem als Ruhrgebiet bezeichneten Wirtschaftsraum zwischen Ruhr und Lippe eine wichtige Rolle.


Zur Ausstellung: HAGEN – DIE STADT
GESCHICHTE • KULTUR • MUSIK
4. September bis 21. November 2021

Was ist eine Stadt? Ein organisches Wesen oder ein Konglomerat aus Menschen und Dingen? Ein Archiv aus Erinnerungen und Denkmälern? Diesen Fragen geht die Ausstellung „HAGEN – DIE STADT“ in einem Gemeinschaftsprojekt des Osthaus Museums Hagen mit dem derzeit noch geschlossenen Stadtmuseum Hagen nach. Hagen ist 2021 immerhin seit 275 Jahren Stadt.

Eine Stadt ist facettenreich und immer im Wandel. Eine Stadt ist mehr als nur Gebäude und Straßen in verschiedenen Stadtteilen. Eine Stadt lebt von ihrer Geschichte, ihrer Tradition, ihren Bürgern und ihrer Vielfalt. Ein spezifisches Merkmal in Hagen ist, dass ca. 40 Prozent aller Hagener einen Migrationshintergrund haben. So ist Hagen zugleich auch eine Stadt der Integration.

Die Ausstellung hat drei Schwerpunkte:
• Geschichte und Stadtgesellschaft
• Musikalische Tradition: die 1970/80er Jahre
• Literatur und bildende Kunst

In unserer Ausstellung zeigen wir, dass besonders die Bürgerschaft Hagens Kultur und Geschichte bis heute geprägt hat. Exponate und Expositionen, Fotografien, Gemälde, Grafiken und Archivalien sind Erinnerungsbrücken. Sie verbinden die Menschen der Gegenwart mit der Vergangenheit und manchmal auch mit der Zukunft. In der Ausstellung „HAGEN - DIE STADT“ ist vieles zu sehen, was Hagen und ihre Stadtteile bis heute ausmacht. Vieles ist aber auch Vergangenheit und wird vergessen. Anderes wiederum lebt in der Erinnerung weiter – nostalgisch, wehmütig oder auch beruhigend.

Die Musikszene Hagens wurde in den 1970er und 1980er Jahren durch Rockbands und durch Musikerinnen und Musiker der Neuen Deutschen Welle geprägt. 1971 wurde die international bekannte Rockgruppe GROBSCHNITT gegründet. Die Ausstellung widmet sich im Bereich des Jungen Museums dieser bedeutenden Gruppe mit Fotografien, Plakaten, einer Film-Installation, Musik-Instrumenten sowie zahlreichen Dokumenten. In anderen Bereichen des Osthaus Museums zeigen wir fotografische Portraits von Ennow Strelow zu Hagener Persönlichkeiten der 1970er und 1980er Jahre mit kurzen Geschichten.

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OSTHAUS MUSEUM HAGEN
Museumsplatz 1
58095 Hagen
Di – So: 12.00 bis 18.00 Uhr
Telefon: +49 2331 207-3138
Email: Museen@stadt-hagen.de



Postkarte „200 Jahre Stadt Hagen“, © Stadtarchiv Hagen



Postkarte „In Hagen angekommen“, © Stadtarchiv Hagen



Kai Schlasse,1984 (Sänger von EXTRABREIT), © Fotografie: Ennow Strelow



Rockband GROBSCHNITT, 1978, © Fotografie: Ennow Strelow



Ernst Meister | Ohne Titel, 1956 | Aquarell | 32 x 24 cm, Repro: Heike Wahnbaeck, © Reinhard Meister