Fotografie: Philipp Schuster


Hermann Nitsch
Eine Werkschau in Hagen
- 80 Jahre Nitsch -
02.12.2018 - 03.02.2019


Veranstaltung:
Blut oder Kunst? Das Orgien Mysterien Theater von Hermann Nitsch - im Spiegel der Zeit
Kostenlose Führung mit anschließender Diskussionsrunde am 02.02.2019 ab 15.30 Uhr im Osthaus Museum Hagen.
Seit mehr als einem halben Jahrhundert erregt der österreichische Künstler Hermann Nitsch die Gemüter. Durch den Einsatz von realem Tierblut, Tierkadavern und menschlichen nackten Körpern wurde er insbesondere im christlich geprägten Wien der 1960-er Jahre bedroht, gerichtlich verfolgt und verurteilt. Doch Nitsch hat für sein Werk gekämpft und sich durchgesetzt. Heute werden seine Arbeiten und Aktionen auf der ganzen Welt ausgestellt und realisiert.
In einem Rundgang durch die aktuelle Ausstellung von Hermann Nitsch wollen wir gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dorothea Csitneki und der Ko-Kuratorin Julia Moebus der Frage nachgehen, ob sich die Aufregung um das Orgien Mysterien Theater von Nitsch im Jahre 2019 tatsächlich gelegt hat. Was hat sich gesellschaftlich, politisch und kulturell verändert, während das Blut in Nitschs Werk stets das Blut geblieben ist? Wo stehen wir als Betrachter in der Kunst und wer sind wir im Orgien Mysterien Theater?


Ausstellung:
Das Jahr 2018 steht auch für das Osthaus Museum im Zeichen des 80. Geburtstags von Hermann Nitsch. Auf 800 qm wird eine Ausstellung gezeigt, die die wichtigsten Aspekte des Lebenswerks dieses bedeutenden internationalen Künstlers thematisieren.
Bitte beachten Sie auch den Hinweis am Ende dieses Artikels!

Schon seit seinem Kindesalter führten Nitsch die Kunst und die besondere Sicht der Dinge über die gegenständliche, abstrakte und später informelle Malerei zu seinem Gesamtkunstwerksentwurf, dem sog. Orgien Mysterien Theater. Dieses Konzept hat er bereits im Alter von 19 Jahren verschriftlicht und es ist auch heute noch Topos seines Lebens. In den darauffolgenden Dekaden wurden sein Leben und sein Schaffen von Verhaftungen, Verurteilungen, Gefängnisstrafen, Skandalen, Morddrohungen und unzähligen Anfeindungen begleitet. Heute ist der inzwischen renommierte und national wie international vielfach ausgezeichnete österreichische Staatspreisträger eine Kunstikone und ein gefeierter Weltstar, der in Prinzendorf sein eigenes Theater aufbaute. (Michael Karrer).

Gezeigt werden: Malerei, Installationen, Grafiken, Fotos von Aktionen, Video-Dokumentationen seines O. M. Theaters und ein dokumentarischer Film zu Leben und Werk.

Hinweis:
„Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, in Teilbereichen der Ausstellung "Hermann Nitsch" befinden sich Fotografien und Filme, die Ihre persönlichen oder religiösen Gefühle verletzen könnten. Diese Bereiche sind entsprechend gekennzeichnet.
Der Zutritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung sie begleitender Erwachsener gestattet."