Hermann Nitsch
Eine Werkschau in Hagen
21.10.2018 - 13.01.2019
Eröffnung 20.10.2018, 16.00 Uhr



Das Jahr 2018 steht auch für das Osthaus Museum im Zeichen seines 80. Geburtstages. Vom 21.10.2018 bis zum 13.01.2019 zeigen wir auf 800 qm eine Ausstellung, Aspekte des Lebenswerks dieses bedeutendsten österreichischen Künstlers thematisieren wird.

Im August 1938 wurde Hermann Nitsch in Wien geboren. Fünf Monate zuvor marschierten die deutschen Truppen in Österreich ein. Hermann wurde von seiner Mutter Helene großgezogen, da sein Vater Hans im Krieg gestorben war. Über diese Zeit lässt der Künstler uns wissen:
„ich habe in diesem alter schon wirkliche todesangst gehabt und begriffen, was es heisst, zu sterben, die wohnung zu verlieren und kein zuhause mehr zu haben. ich glaube schon, dass diese dramatische situation etwas bei mir hinterlassen hat.“

Nitsch wollte ursprünglich Kirchenmaler werden und kopierte alte Meister, bis er sich später mit der Literatur, der klassischen Dichtung, der griechischen Tragödie, den deutschen Expressionisten, den französischen Symbolisten, der Tiefenpsychologie und der Musik von Richard Wagner intensiv auseinandersetzte. Ab seinem Kindesalter führte ihn die Kunst und besondere Sicht der Dinge über die gegenständliche, abstrakte und später informelle Malerei zum Gesamtkunstwerksentwurf, dem sog. Orgien Mysterien Theater. Dieses Konzept hat Nitsch bereits im Alter von 19 Jahren verschriftlicht und es ist auch heute noch Topos seines Lebens. In den darauffolgenden Dekaden wurden sein Leben und seine Schaffen von Verhaftungen, Verurteilungen, Gefängnisstrafen, Skandalen, Morddrohungen und unzählige Anfeindungen begleitet. Heute ist der inzwischen renommierte und national wie international vielfach ausgezeichnete österreichische Staatspreisträger eine Kunstikone und ein gefeierter Weltstar, der in Prinzendorf sein eigenes Theater aufbaute, dem bereits zu Lebzeiten monografische Museen in Österreich und Italien gewidmet wurden. Die Lebensaufgabe des nunmehr 80-jährigen Hermann Nitsch ist weiterhin die kompromisslose Verwirklichung seines Opus Magnum. Mit seinem Konzept und den für viele als radikal empfundenen Aktionen revolutionierte Hermann Nitsch den Theaterbegriff des 20. Jahrhunderts.

Im Osthaus Museum werden in der Zentralen Halle und in der Neuen Galerie spezifische Räume mit Werken Nitsch zu sehen sein. Gezeigt werden: Malerei, Installationen, Graphiken, Fotos von Aktionen, Videodokumentationen seines O.M. Theater und ein dokumentarischer Film zu Leben und Werk.

Copyrightangabe: Dieser Absatz ist folgendem Text von Michael Karrer entnommen: Ein Universalgenie auf der Suche nach der Symphonie des Weltganzen, in: Nitsch, Leben und Werk, Ausstellungskatalog des Nitsch Museums, Mistelbach, Seiten 6ff, Wien 2018.