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Komm nach Hagen, (…) mach dein Glück
01.09. - 23.09.2018
Eröffnung 31.08.2018, 18.30 Uhr


Projektskizze
Richten wir unseren Blick zurück auf die siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts: Ganz Deutschland blickt auf Hagen, eine Stadt in NRW, in der Rock- und Popgeschichte geschrieben wird!

Hagen stand in jenen Jahren im Mittelpunkt dessen, was noch heute als Neue Deutsche Welle in den Ohren klingt. Musiker, Sänger, Komponisten, Arrangeure: zahlreiche Talente konnte die Stadt hervorbringen, nicht nur in der Musik, sondern auch in der Technik, in der Organisation, in der Vermarktung. Vielen jungen Hagenern boten sich bis dahin unbekannte Möglichkeiten, nicht nur musikalisch Neues auszuprobieren und „etwas aus sich zu machen“.

„Komm‘ nach Hagen, werde Popstar, mach‘ dein Glück“ war dann auch einer der Songs, der schnell die Grenzen der Stadt verließ und bundesweit zu hören war. Karriere machten dann die Gruppen, deren Namen bis heute bekannt sind, auch wenn ihre Protagonisten in die Jahre gekommen sind: Grobschnitt, Extrabreit und Nena, um nur einige Namen zu nennen, machten von sich reden und zeugten von der Kreativität einer Stadt, die sich plötzlich großer Bekanntheit erfreute. Auch und gerade die vom Strukturwandel getroffene Stadt Hagen musste sich in dieser Zeit umorientieren und auf die Suche nach einer neuen Identität machen. Der wirtschaftliche Umbruch führte Hagen weg vom produzierenden Gewerbe hin zu einer Stadt, die ihre künftige Entwicklung im Bereich der Dienstleistung suchte.

In dieser Zeit des Aufbruchs, der Suche nach Neuem, der Veränderungen erlebte die Stadt am Rande des Ruhrgebietes, die auch als Tor zum Sauerland apostrophiert wird, auch gesellschaftliche Umbrüche, die vor allem ihre Jugend nach Antworten auf Fragen suchen ließ, die offenbar neu waren. Und so verwundert es kaum, dass gerade hier auch in der Musik neue Wege gegangen wurden. Hagen wurde zum Trendsetter und stand plötzlich bundesweit in den Medien. Was aus ihr zu hören war, galt als innovativ und modern.

Die Ausstellung im Osthaus Museum Hagen will die Aufbruchsstimmung jener Jahre aufnehmen und dabei, selbstverständlich, die Musik in den Mittelpunkt rücken.

Was haben wir vor? Wir wollen die Musikszene der 1970er und 80erJahre durchleuchten, dabei die Milieus und Gruppen in den Blick nehmen und natürlich Hagener Bands vorstellen. Und wir sind sicher, dass die Zeitzeugen in Erinnerungen schwelgen, Jüngere erstaunt in die Gesichter ihrer Eltern blicken und Gäste aus nah und fern neues Interesse für Hagen und seine vielfältige Geschichte entwickeln werden. Beim Blick auf Vergangenes öffnen sich neue Perspektiven auf Gegenwart und Zukunft und auf das Potenzial einer Stadt, die von jeher für Impulse, für Innovation und Kreativität steht.

Die Ausstellung im Osthaus Museum samt dem Begleitprogramm will dazu beitragen, die Identität unserer Stadt zu schärfen, ihre Stärken zu unterstreichen und ihren Bewohnern zu zeigen, dass es von jeher und immer aufs Neue Chancen gibt, die es zu nutzen gilt – für sich selbst, aber auch zum Wohle der Stadt.

Unter dem Titel „Komm‘ nach Hagen … mach‘ dein Glück!“ will die Ausstellung vor allem auch unterhalten, zu einem Bummel durch die jüngere Vergangenheit einladen, Diskussionen und Themen jener Jahre in den Blick nehmen und die Kontroversen wieder aufleben lassen, die damals wochenlang nicht nur die Feuilletons der Zeitungen füllten. Die Schau lässt so anschaulich ein Stück Hagener Geschichte wiederaufleben und die Besucher erfahren, was in Hagen „noch“ geschah, als Nena ihre 99 Luftballons steigen ließ. Originale Exponate wie Musikinstrumente, Bühnenoutfits, tontechnische Geräte, großformatige Fotografien, Filmsequenzen mit Bandauftritten und allerhand Dokumente lassen eintauchen in eine „heiße“ Zeit, die den Auftakt einer ganzen Entwicklung nicht nur in der Musik bildete. Videofilme verleihen der Ausstellung zusätzliche Lebendigkeit. Präsentiert wird auch die Video-Animation des schottischen Künstlers John McGeoch, die erstmals 2015 im Rahmen des Festivals „Muschelsalat“ zu sehen war.

Die Ausstellung wird in der ersten Etage des Neubaus des Osthaus Museums auf einer Fläche von ca. 800 Quadratmetern präsentiert und ist zentraler Bestandteil eines reichhaltigen Rahmenprogramms, das in diversen Veranstaltungen Aspekte des Themas aufgreift, vertieft und weiterführt. Von Konzerten über Lesungen und Führungen zu Originalschauplätzen bis hin zu Partys im Stil der siebziger und achtziger Jahre wird das Programm nicht nur die Bürger Hagens ansprechen.

Auch die für unsere Stadt und ihre Ausrichtung als Bildungsstandort so wichtige FernUniversität wird ihr Campus-Fest 2018 unter das Motto Neue Deutsche Welle stellen. Abweichend vom sonst üblichen Termin (im Juni) wird dieses Ereignis am 1. September die Veranstaltungsreihe fulminant eröffnet. Eine umfangreiche, wissenschaftlich fundierte und exzellent recherchierte Publikation zum Thema „Hagen und die Neue Deutsche Welle“ erscheint pünktlich zu der Veranstaltung.


Daten
Projektpartner: • Osthaus Museum Hagen
• Fachbereich Kultur Hagen (Stadtmuseum, Stadtarchiv)
• Fachbereich Bildung Hagen (VHS, Stadtbücherei, Max-Reger-Musikschule)
• Kultopia
• FernUniversität Hagen

Projektzeitraum: 31.8. – 23.9.2018




Nena 1983, copyright Heike Wahnbaeck