AUSSTELLUNG IM JUNGEN MUSEUM IM OSTHAUS MUSEUM
Do it yourself!
Die neue Lust aufs Selbermachen
Eine Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen
27. September – 20. November 2022
Eröffnung am Sonntag, 25. September um 15.00 Uhr


Sauerkraut und Bohnen für den Winter einkochen, Kleidung nähen und flicken oder Spielzeug für die Kinder bauen: Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte das Selbermachen fest zum Alltag vieler Menschen dazu. Heute kann man fast alles verhältnismäßig schnell und günstig kaufen. Trotzdem entscheiden sich Menschen nach wie vor für das Selbermachen. Doch warum machen sie heute Dinge selber, obwohl sie es nicht müssten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Wanderausstellung "Do it yourself! Die neue Lust aufs Selbermachen" des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Seit einigen Jahren ist "Do it yourself" oder kurz DIY, wie das Selbermachen auch genannt wird, wieder voll im Trend: Menschen stricken in der Bahn, ziehen in Gemeinschaftsgärten Gemüse oder reparieren in sogenannten Repair-Cafés Fahrräder und Radios. Die Ausstellung zeigt, wie sich Motivationen zum Selbermachen seit den 1950er-Jahren verändert haben. Sie zeigt Grenzen und Übergänge zwischen historischen und aktuellen Formen des Selbermachens und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf den DIY-Boom.

Die Ausstellung betrachtet die Praktiken des Selbermachens in den Spannungsfeldern "Mangel & Überfluss", "Hobby & Arbeit" und "Alltag & Gegenkulturen". Dabei liegt der Fokus auf den Akteur:innen und auf zeittypischen Formen des Selbermachens: Wer machte zu einem bestimmten Zeitpunkt was selbst - und warum?"

Besucher:innen können in der Ausstellung ein Quiz spielen, um herauszufinden, welcher DIY-Typ sie sind, sie können ihre Fingerfertigkeiten beim Falten von Origami ausprobieren und in Interviews die persönlichen Perspektiven von Selbermacher:innen aus Westfalen kennenlernen. Viele der insgesamt 83 Ausstellungsstücke haben Menschen aus Westfalen dem LWL-Museumsamt nach einen Presseaufruf für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Vom selbstgemachten Teddy bis zu Alltagshilfen aus dem 3D-Drucker für Menschen mit Behinderung zeigen die Exponate die Vielfalt an Materialien, Praktiken und Motivationen für das Selbermachen. Die Ausstellungsobjekte laden Besucher:innen dazu ein, sich aktiv mit den unterschiedlichen Motivationen zum Selbermachen auseinanderzusetzen. Es gelten die Bestimmungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung bzw. die Zugangsregelungen des Museums.

Für gehörlose Menschen besteht am Sonntag, den 9. Oktober 2022 um 15 Uhr die Möglichkeit, an einer kostenlosen Gebärdenführung teilzunehmen. Um vorherige Anmeldung wird bis zum 5. Oktober per E-Mail an sarah.pfeiffer@lwl.org gebeten


INFORMATIONEN FÜR SCHULEN
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Nachgebautes Monopoly mit Suralin-Spielfiguren, Zwickau um 1970 Leihgabe: playing history Berlin Foto: Emad Daood, LWL-Medienzentrum für Westfalen Das kapitalistische Spiel "Monopoly" war in der DDR zwar verboten, aber ebenso beliebt. Wer das Spiel aus dem Westen kannte und es dennoch spielen wollte, musste es selbst nachbauen. Das hier gezeigte Spiel wurde schon in den 1970er Jahren gespielt. Es wurde von Matthias Göpner angefertigt. Nach der Wende kamen Original-Häuser und Geldscheine hinzu.




Tischbohrmaschine für Hobby-Handwerker:in Leihgabe: LWL-Freilichtmuseum Hagen, Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik Foto: Tuula Kainulainen, LWL-Medienzentrum für Westfalen Die Tischbohrmaschine von 1934 ist auf das Untergestell einer Nähmaschine montiert und wird von einem Elektromotor über den flachen Lederriemen angetrieben. Ein selbstgebauter Schleifbock dient dem Schärfen der Bohrer. Er ist über den Original-Rundriemen der Nähmaschine mit dem Motor verbunden. Das Bohren von Holz und Metall ist auf drei Bohrtischen in unterschiedlicher Höhe möglich. Die Maschine wurde bis 1995 vor allem zum Bau einer Modelleisenbahn genutzt.




Rasenmäher der Marke Eigenbau, Bad Köstritz, um 1970 Leihgabe: Stadtmuseum Jena Foto: Emad Daood, LWL-Medienzentrum für Westfalen Dieser Rasenmäher wurde in der ehemaligen DDR angefertigt. Der Unterbau besteht aus einem Puppenwagengestell mit selbstgedrechseltem Holzaufsatz, in welchem der Motor einer Wäscheschleuder und das Messer eingesetzt und befestigt wurden. Die rote Kunststoffschüssel dient der Abdeckung des Motors.




Diese kleinen Alltagshelfer unterstützen Menschen mit Behinderung beim selbstständigen Trinken, Malen, Essen, Tür aufschließen oder Flasche öffnen. Der Sonderpädagoge Nils Beinke-Schulte entwirft und druckt sie für seine Schüler:innen am 3D-Drucker aus. Foto: Tuula Kainulainen, LWL-Medienzentrum für Westfalen.