Emil Schumacher -
BLÄTTER AUS DEM ENGADIN
20. Januar bis 17. März 2019

Mit der Ausstellung „Blätter aus dem Engadin“ präsentiert das Emil Schumacher Museum einen zentralen Komplex aus dem Spätwerk Schumachers. Das Engadin als beliebtes Reiseziel in den Alpen zog immer wieder auch Maler, ebenso wie Dichter, Komponisten und sogar Philosophen an. Ferdinand Hodler und Alberto Giacometti, Otto Dix und Oskar Kokoschka sind besonders herausragende Beispiele in der Malerei. Hierher reiste ebenfalls, als einer der ersten überhaupt, der Philosoph Friedrich Nietzsche, es kamen die Schriftsteller Hermann Hesse, Max Frisch, Thomas Mann, Kurt Tucholsky und Friedrich Dürrenmatt. Auch die Alpensinfonie von Richard Strauß wäre ohne die Eindrücke dieser Landschaft auf den Komponisten nicht entstanden.

Die herausragende Epoche der Malerei, in der die Naturgewalt der Hochgebirgslandschaft ein Hauptthema war, ist die Romantik. Maler wie Caspar David Friedrich schufen innere Idealbilder der Landschaften, in denen sie ihren Glauben und das ehrfürchtige Staunen vor der göttlichen Schöpfungsgewalt manifestierten. Sie reagierten damit zugleich auf die Veränderungen durch die beginnende Industrialisierung. Die Tradition der Landschaftsmalerei lässt sich bis ins Zwanzigste Jahrhundert hinein verfolgen. Klassizismus, Impressionismus oder Expressionismus entwickelten dabei immer neue Formen für das Thema. Nach den Traumata der beiden Weltkriege war dies allerdings jäh beendet. Eine ganze Generation – der auch Emil Schumacher angehörte – malte daher konsequent abstrakt. Erst die Jüngeren der nachfolgenden Generation befassten sich wieder mit der Landschaft. Doch die Unschuld, mit der sich die Romantiker aus der sich industrialisierenden Welt dem Göttlichen in der allgewaltigen Natur zuwandten, war für sie unwiederbringlich verloren. Dennoch gab es gute Gründe, die Landschaft auch künstlerisch neu zu vermessen. Umweltverschmutzung und Krieg sowie durch Technisierung und Rationalisierung verschobene Perspektiven veränderten den Blick auf das Thema. Emil Schumacher war sich all dessen bewusst und wagte es als abstrakter Künstler, sein inneres Bild der Landschaft zu malen und zugleich die Tradition der Romantik wieder aufzunehmen. Die Ausstellung präsentiert einen umfangreichen Einblick in den zwischen 1983 und 1999 entstandenen Werkkomplex.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Kettler, Dortmund, herausgegeben von Ulrich Schumacher und Rouven Lotz, mit einem Vorwort von Ulrich Schumacher sowie ei-nem Beitrag von Rouven Lotz. 120 Seiten mit über 100 Abbildungen, bibliophiler Leineneinband mit Prägung, ISBN: 978-3-86206-738-1, € 19,90 im Museum (€ 24,90 im Buchhandel).

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