Meisterwerk des Monats

 
13. Mai 2012
 
Reneé Sintenis, ?Daphne?, 1930


Das Osthaus Museum setzt am 13. Mai, 14.30 Uhr, die Reihe „Meisterwerk des Monats“ mit einer Plastik der Bildhauerin Reneé Sintenis (1888-1965) fort.
1953 erwarb das Museum die 1930 in Bronze ausgeführte Figur „Daphne“ und ergänzte den bereits vorhandenen Bestand plastischer Arbeiten aus der Hand der Berliner Künstlerin um ein weiteres, eindrucksvolles Werk.
Reneé Sintenis war eine der bekanntesten, faszinierendsten und erfolgreichsten Bildhauerinnen im Berlin der zwanziger Jahre. Sie stand in Beziehungen zu bedeutenden Künstlern und Schriftstellern ihrer Zeit. 1917 heiratete sie den Typografen, Grafiker, Maler, Lehrer und Dichter Emil Rudolf Weiß, der 1903 – 1906 von Karl Ernst Osthaus als Lehrer an die Malschule des Folkwang-Museums Hagen verpflichtet worden war.
Zu ihrem Freundeskreis gehörten die Schriftsteller Rainer Maria Rilke und Joachim Ringelnatz. Aristide Maillol nannte sie „grandios“.
Zu ihrer exponierten Stellung trugen nicht allein ihre Plastiken, sondern auch die Aktivitäten ihres Kunsthändlers Alfred Flechtheim bei, des erfolgreichsten der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre. Er präsentierte ihre Arbeiten unter anderem in Paris und New York.1931 wurde Reneé Sintenis als erste Bildhauerin Mitglied in der Berliner Akademie der Künste.
Ihr Hauptthema war die Tierdarstellung. So ist sie auch die Schöpferin des „Berliner Bären“, der als versilberte bzw. vergoldete Miniatur alljährlich an die Preisträger der Berlinale verliehen wird. Daneben entstanden weibliche Akte, Sportlerfiguren und Porträts. Mythologische Themen finden sich seltener in ihrem Oeuvre.
Der Daphne-Mythos gehört zu den Erzählungen, welche die Künstler bis in die Gegenwart immer inspiriert und herausgefordert haben. Reneé Sintenis setzt sich 1918 erstmals mit dem Verwandlungsmythos auseinander und dann schließlich erneut 1930.
Die Kunsthistorikerin Dr. Christine Kracht wird am 13. Mai Reneé Sintenis als Person und Künstlerin vorstellen. Das Meisterwerk des Monats „Daphne“ wird stilistisch und ikonographisch einordnet und es wird hinterfragt, was die Künstlerin bewog, sich mit dieser mythologischen Erzählung auseinanderzusetzen.


Die Teilnahmegebühr zusätzlich zum Museumseintritt beträgt 5 Euro.




 
Gemeinsames Wochenende
 
der RuhrKunstMuseen am 20. Mai 2012
 
Karl Schmidt-Rottluff
 
Boote am Wasser (Boote am Hafen), 1913


Am 20. Mai 2012 ermöglicht das Wochenende des RuhrKunstMuseums Interessierten einen Einblick in das große und hochkarätige Angebot der Kunstsammlungen im Ruhrgebiet.
Das Osthaus Museum präsentiert an diesem Tag, 14:30 Uhr, ein Meisterwerk aus der erstklassigen Sammlung expressionistischer Kunst und setzt einen besonderen Akzent auf die Künstlergruppe „Brücke“. Ausführlich besprochen wird das Gemälde „Boote am Wasser“, 1913 von Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) in Nidden gemalt. Die Künstler der „Brücke“ wurden bereits von Karl Ernst Osthaus, dem Gründer des Folkwang Museum, sehr geschätzt und gefördert. Erstmals wurde die „Brücke“ 1907 in Hagen ausgestellt. Bis 1921 folgten weitere Ausstellungen sowie Ankäufe. Nach 1945 bemühte sich die Leitung des Osthaus Museums um den Aufbau einer neuen Sammlung und sah sich dabei dem Konzept von Karl Ernst Osthaus verpflichtet. Die heutige Sammlung expressionistischer Kunst wurde ab 1950 bis 1962 durch Ankäufe hochkarätiger Gemälde begründet.