Blick in die Ausstellung mit Werken von Laura Letinsky, Fotografie: Tobias Roch, Hagen



 
LAURA LETINSKY –
 
FOTOGRAFIE
 
12. AUGUST BIS 30. SEPTEMBER 2012


Die fotografischen Stillleben von Laura Letinsky lassen aus trivialen Alltagsmomenten ungeahnte, nahezu unwirkliche Räume entstehen. Was an Vergänglichkeit gemahnt, wirkt in diesen Bildern zugleich wie aller Zeit enthoben.

In ihren Fotografien inszeniert die Kanadierin bewusst ausgewählte und arrangierte Gegenstände auf fast monochrom weißen Tischen zu Stillleben, die von einer seltsam schwebenden Melancholie durchzogen sind. Die Reste von Mahlzeiten, das benutzte Geschirr oder die geöffneten Verpackungen verlieren ihre Trivialität in einer außergewöhnlichen Bildästhetik. Elemente der Massenkultur und der Konsumwelt werden aus ihren Verbindungen mit dem Alltäglichen hinausgehoben, das Vergängliche erscheint in kühler Eleganz. Nuancenreiche Lichtverhältnisse verbinden die Gegenstände und ihre wie gemalt erscheinenden Oberflächen in schwerelos scheinenden Räumen.

Eine wirklich-unwirkliche Präsenz zeichnet die Arbeiten der 1962 geborenen Künstlerin aus. Laura Letinsky bezieht sich explizit auf die holländische und italienische Stillleben-Tradition. Ihre Aufnahmen aktivieren die Bilder im Kopf des Betrachters und rufen die Tischstücke des 16. und 17. Jahrhunderts mit ihren glänzenden Schalen, den kunstvoll geschälten Südfrüchten und halb verzehrten Speisen auf. Doch die Künstlerin erschöpft sich nicht in dem Spiel mit Assoziationen, sie hat vielmehr eine sehr eigenständige Erzählweise entwickelt.

Das Genre Stillleben, das seit jeher auch Kunstfertigkeiten in der Darstellung von Perspektive, Lichtführung, Komposition und Farbgebung demonstriert, wird von Laura Letinsky mit einem zeitgenössischen Zuschnitt aktiviert. Mit der Vielschichtigkeit ihrer Arbeiten überträgt sie das Genre in die Gegenwart und fragt nach unseren Beziehungen zu den Räumen und Dingen, die uns umgeben.